It’s a dirty job (but somebody has to do it)

Ich bügle nicht ( Sidenote für alle Kasper: es geht ums Wäsche glatt bügeln). Das ist so, seit unser Sohn auf der Welt ist. Also fast nichts. Mein Leitspruch lautet „Bügeln wird total überbewertet“ und seit ich das so lebe, fehlt mir überhaupt nichts. Ich fühle mich nicht ungepflegt, sehe ordentlich aus und meine Klamotten leiden auch nicht drunter. (Hausfrauentipp: Ich hänge die Sachen, die ich früher gebügelt hätte (und die nicht in den Trockner dürfen), schön auf Bügel und lege sie wenn sie trocken sind glatt und faltenfrei zusammen. Passt.) Einzige Artikel die ich bügle sind Küchentücher (da bin ich irgendwie eigen) aber davon habe ich so viele, dass es reicht, wenn ich  einmal im Vierteljahr das Bügelbrett zücke. Und die sind ja dann auch ratzfatz durch. Sollte ich mal eine Bluse oder ein Shirt aus dem Schrank holen, was wirklich gebügelt schicker aussehen würde, dann bügle ich eben nach Bedarf. Tischtücher bügle ich direkt auf dem Tisch, bevor das Geschirr drauf gedeckt wird. Und die Hemden des besten Mannes gehen mich nichts an – dazu komme ich aber später.

Das mit dem Nichtbügeln war natürlich nicht immer so. Früher (TM) habe ich wirklich alles gebügelt (außer Unterhösle und Handtücher). Da war sonntagabends Tatortzeit = Bügelzeit. Als ich dann aus meinem Single-Haushalt mit dem besten Mann zusammengezogen bin war ich innerhalb der Aufteilung der Haushaltsaufgaben zwar damit einverstanden, dass ich seine Sachen mitbügle – aber nicht die Hemden. Ich habe es schlichtweg nicht eingesehen, dass ich als Vollzeit arbeitender Mensch zusätzlich zu allem anderen Kruscht auch noch 5-6 Hemden pro Woche bügeln soll. Warum auch? „Kannste dich selber drum kümmern“, war meine Ansage, und dabei blieb es. Der beste Mann wäre ja nicht der beste Mann, wenn er das nicht voll eingesehen hätte, und er kümmerte sich. (Er bringt die Hemden zu seiner Mutter, die bügelt sie. Meine Vorstellung wäre ja eher ein Bügelservice gewesen. Aber: Ich misch mich da nicht ein (TM).)

Für dieses Arrangement ernte ich neben Neid und Bewunderung (hahaha) auch Unverständnis. Und dies seltsamerweise hauptsächlich von Frauen. Selbst von meiner Mutter („Also für mich war es selbstverständlich dass ich die Hemden vom Papa mitgebügelt habe“) und auch von einer Freundin in meinem Alter: „Der (damit ist der beste Mann gemeint) hat eine Frau  und muss seine Hemden selber bügeln???“

WTF????

Für diese Einstellung habe ich, milde ausgedrückt, überhaupt kein Verständnis. Also mal ehrlich – in welchem Zeitalter leben wir denn? Warum soll das Hemdenbügeln per se MEINE Aufgabe sein? Und ich rede jetzt gar nicht mal von jetzt, da ich ja überwiegend zuhause bin und meinen Beitrag zum Haushaltskonto in Hausarbeit leiste – ich rede von zwei in Vollzeit arbeitenden Menschen die sich zu gleichen Teilen am Haushalt beteiligen (sollten) – wieso soll ich da fünf bis sechs Hemden pro Woche bügeln, die ich nicht trage? Das ist für mich nicht mal eine Frage von Emanzipation oder Gleichberechtigung oder Rollenverständnis oder ähnliches – es ist einfach eine Frage der Logik und Gerechtigkeit.

Und deshalb lehne ich das Hemdenbügeln ab. Und auch das Bügeln sonstiger Kleidungsstücke – denn das braucht echt kein Mensch.

(Ist auch ein echt komisches Wort, „bügeln“, oder?)

 

 

 

The stars look very different today

Der Tod von David Bowie macht mich traurig. So richtig tief traurig, immer hart an der Grenze zu nassen Augen traurig. Meine Facebookchronik ist voll von Geschichten und Erinnerungen und Nachrufen und alle bringen mich zum Weinen.

Ich verstehe bloß nicht so ganz, warum. Klar, ich bin mit Bowie aufgewachsen, ich hab seine Musik sehr gerne, aber ich war nie ein ausgesprochener Fan. Besitze keine einzige CD, war auf keinem Konzert. Warum trifft mich sein Tod so tief?

Vielleicht, weil mit ihm eben wieder einer geht, der immer da war. Den ich für selbstverständlich gehalten habe. Toll, dass es ihn gibt, toll, dass er so schöne Musik macht. Ich habe ihn schon bewundert, fand seine kühle Ästhetik atemberaubend und seine Stimme absolut faszinierend. Und sexy.

Aber ich habe mich nie ausführlicher mit ihm befasst.

Vielleicht ist auch das der Grund meiner Traurigkeit. Weil es jetzt zu spät ist. (Dabei stimmt das ja gar nicht, so ein Künstler geht ja nie ganz, seine Musik und seine Filme bleiben ja, kann mich ja immer noch damit beschäftigen. Nur live sehen, das geht halt nicht mehr.) Weil ich eine Gelegenheit verpasst habe.

Sicher spielt auch eine Rolle, dass der Tod einer Persönlichkeit, die man seit der eigenen Jugend bewundert, einem auch immer die eigene Sterblichkeit vor Augen hält. Wenn einer, der unsterblich scheint, plötzlich stirbt (und für mich kam das sehr plötzlich, ich wusste überhaupt nicht, dass er so schwer krank ist), dann fühlt man sich selber plötzlich sehr verletzlich. Und irgendwie auch so alleine.

Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht ergründen. Es bleibt eben so. Ich bin sehr traurig, dass er schon gehen musste. Und werd jetzt mal anfangen, seine Musik richtig zu hören.

Funk to funky, Mr. Bowie.